Jugendarbeit: Jugendlichen die Strukturen zurückgeben, die sie brauchen

Die Jugend ist eine eigenständige Lebensphase, in der ganz spezielle Bedürfnisse, eigene Wünsche existieren. Freunde und Freundinnen sind in dieser Lebensphase ungeheuer wichtig. Junge Menschen brauchen nicht nur Kontakte und Nähe zu Gleichaltrigen. Sie brauchen gemeinsame Erlebnisse, wollen Erfahrungen sammeln, sich eigenständig ausprobieren, Fehler machen können, Grenzen testen und diese erweitern. All das gehört zu und all das gehört der Jugend. Letztlich bildet es das Fundament für psychische Gesundheit und den weiteren Lebensweg. Ich hatte im Plenum im Rahmen der Aktuellen Stunde zu Bildung bereits darauf hingewiesen: Natürlich werden wir helfen, Lernrückstände zu erfassen und aufholen zu können. Aber wir müssen uns klar sein, dass wir mehr zurückgeben müssen, als den Lernstoff. Darüber reden wir in den Gremien. Die siebte Eindämmungsverordnung trägt dem Rechnung und eröffnet der Jugendarbeit die Perspektive, Präsenzangebote für die 14 bis 17-jährigen machen zu können. Es ist wichtig, dass wir den Jugendlichen ihre Strukturen und Ansprechpartner zurückgeben. Sie müssen das Erlebte verarbeiten, damit sie etwas aus dieser Krise machen und nicht die Krise etwas mit den Jugendlichen macht.

Hintergrund: Die siebte Eindämmungsverordnung hat festgelegt, dass Präsenzangebote der Jugendarbeit nun auch wieder für die Altersgruppe 14-17 stattfinden können. Die Altersgrenze dafür wurde in der Verordnung heraufgesetzt. Konkret heißt es dort im § 16: „Präsenzangebote der Jugendarbeit nach den §§ 11 und 12 des Achten Buches Sozialgesetzbuch für Personen ab dem vollendeten 18. Lebensjahr sind untersagt.“